Hainan AUF EIGENE FAUST
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Laocha — der Papa-Tee

Quick Info
Englischer NameHainanese „Laobacha“ tea houses
Chinesisch老爸茶 kopierenLǎobàchá
Ziel老爸茶 kopierenLaocha — Stichwort für Amap
Beste ZeitVormittags oder am Nachmittag · am besten nach dem Rundgang durch die Altstadt
BusTeestuben gibt es in jedem Viertel — in Amap nach 老爸茶 suchen.
DidiIm Qilou-Viertel und rund um die Altstadt zu Fuß erreichbar.
Route live
EintrittTee und Kleinigkeiten meist 10–30 ¥ pro Person
UrsprungTeestuben der Rückkehrer aus Südostasien, ab den 1920er Jahren
Zwei StileHaikou: Oolong, Pu'er · Qionghai/Wenchang: Kaffee mit Kondensmilch
Kulturerbeauf der Liste der Provinz Hainan
Für umgerechnet ein, zwei Euro sitzt man hier, so lange man will — einen Vormittag, einen Nachmittag, einen ganzen Tag. Das ist kein Café. Das ist das Wohnzimmer der Insel, und es kam auf demselben Schiff wie die Arkadenhäuser.

Was „Papa-Tee“ bedeutet

Laobacha heißt wörtlich „Papa-Tee“. Der Name kommt von den älteren Männern, die jeden Tag in die kleinen Teestuben an der Straße gehen, stundenlang zusammensitzen, Tee trinken, Kleinigkeiten essen und über alles reden, was es in der Stadt Neues gibt. Niemand drängt sie zum Gehen, niemand bringt ungefragt die Rechnung.

Laocha ist dabei kein bestimmtes Lokal, sondern eine Art zu leben. Es gibt Teestuben unter Bäumen mit Plastikstühlen, einfache Hallen mit Ventilatoren und inzwischen auch modern eingerichtete Teehäuser. Gemeinsam ist allen: eine Kanne Tee, ein paar Teller, und viel Zeit.

Kaffee und Tee aus dem Südmeer

Die Wurzeln reichen über hundert Jahre zurück. Eine Chronik der Insel aus der Zeit der Republik stellte fest, dass viele Hainaner im Ausland lebten, vor allem in Bangkok, Singapur und Hongkong, und dort Hotels, Schenken und Teestuben betrieben. Als ab den 1920er Jahren viele von ihnen zurückkehrten und in Haikou die Arkadenhäuser bauten, eröffneten sie darin Teestuben nach dem Vorbild, das sie aus Südostasien kannten.

Zwei Volkskundler beschrieben in den 1930er Jahren, wie sich die neue Mode ausbreitete: In jedem Marktort gab es plötzlich drei, vier oder mehr als zehn Teestuben, an Markttagen voll bis auf den letzten Platz. Serviert wurden chinesischer Tee, aber auch „westliche Getränke“ — Kaffee, Milch, Schwarztee, Kakao — und dazu Brötchen und Gebäck.

Vom Privatcafé zum Staatsbetrieb

Nach 1949 wurden die privaten Teestuben erst in gemischte, dann in staatliche Betriebe umgewandelt. Bis Ende der 1970er Jahre gehörten praktisch alle Teestuben in Haikou dem Staat. Sie trugen Namen, die zur Zeit passten: „Rote Fahne“, „Rote Insel“, „Arbeiter, Bauern, Soldaten“ oder „Morgensonne“.

Der Tee wurde weiter getrunken, aber die Auswahl war schmal und das Angebot knapp. Was geblieben war, war die Gewohnheit, sich in der Teestube zu treffen.

Die Wiedergeburt nach 1981

Mit der Öffnung Chinas kamen die privaten Teestuben zurück. 1981 eröffnete in Haikou eine der ersten wieder, mit niedrigen Preisen und einfacher Küche, und war sofort voll. Innerhalb weniger Jahre gab es wieder an jeder Straßenecke eine.

Ein Grund für den Erfolg liegt in der Küche der Insel. Auf dem Land aß man früher vor allem wässrigen Reisbrei, der nicht lange satt hält. Deshalb gab es am Nachmittag traditionell eine Zwischenmahlzeit — und genau diese Lücke füllt die Teestube bis heute.

Zwei Schulen

Wer über die Insel reist, merkt bald, dass Laocha nicht überall gleich ist. In Haikou ist der Einfluss aus Guangdong deutlich: Man trinkt Oolong oder Pu'er-Tee, und die Kleinigkeiten erinnern an kantonesische Dim Sum.

In Qionghai und Wenchang, den Regionen der Auswanderer, schmeckt Laocha eher nach Südostasien. Dort trinkt man Kaffee mit gezuckerter Kondensmilch oder Schwarztee mit einem Schuss Kondensmilch, ganz wie in einem Kopitiam in Malaysia. Wer vorher in Xinglong war, erkennt den Geschmack wieder.

Was auf den Tisch kommt

Die Auswahl ist groß und ändert sich von Laden zu Laden: süße Brötchen mit Zuckerkruste, die man hier wie in Hongkong „Ananasbrötchen“ nennt, obwohl keine Ananas darin ist, gedämpfte Teigtaschen, Kuchen aus Reismehl, Frittiertes, gebratene Nudeln, manchmal auch eine Schüssel hainanesische Reisnudeln. Die Teller sind klein, man bestellt nach und nach.

Tee und heißes Wasser werden nachgefüllt, so oft man will, meist ohne Aufpreis. Bezahlt wird am Ende, oft anhand der leeren Teller oder eines Zettels, auf dem die Bedienung mitschreibt. Für Tee und ein paar Kleinigkeiten zahlt man in einer einfachen Teestube pro Person meist zehn bis dreißig Yuan.

Das Wohnzimmer der Stadt

Die Teestube ist mehr als ein Ort zum Essen. Hier werden Nachrichten ausgetauscht, Geschäfte angebahnt, Karten gespielt und Fernseher geschaut. Wenn sich Nachbarn oder Verwandte streiten, trifft man sich oft in der Teestube, um die Sache bei einer Kanne Tee zu klären.

Besonders schön sind die Teestuben unter freiem Himmel. In Fucheng, der alten Kreisstadt im Süden von Haikou, gibt es Teestuben unter großen Bäumen, in deren Schatten die Tische stehen und wo man den ganzen Nachmittag dem Leben auf der Straße zusehen kann. Fucheng liegt nicht weit vom Tempel der fünf Verbannten und lässt sich gut damit verbinden.

Für Besucher ist das der eigentliche Reiz: Man sitzt mitten im Alltag der Stadt, ohne etwas vorführen zu müssen. Niemand erwartet, dass man Chinesisch spricht. Ein Lächeln und ein Fingerzeig auf den Nachbartisch reichen.

Kulturerbe und Wandel

Inzwischen steht der Brauch auf der Liste des immateriellen Kulturerbes der Provinz. Die Gäste sind nicht mehr nur ältere Männer, sondern Familien, junge Leute und Touristen, und manche Teestuben sind in den sozialen Medien berühmt geworden.

Die Wirte der alten Schule sehen das mit gemischten Gefühlen. Manche Läden verwenden Fertigprodukte statt selbstgemachter Kleinigkeiten, andere verkaufen Laocha als schicke Dim-Sum-Bar. Wer die echte Variante sucht, achtet auf Plastikstühle, laute Gespräche und viele ältere Gäste.

Wie man es macht

Am besten geht man vormittags oder am Nachmittag, wenn die Teestuben am vollsten sind. Hinsetzen, Tee bestellen — im Zweifel einfach auf die Kanne am Nachbartisch zeigen — und dann nach und nach Kleinigkeiten aussuchen. Mit einem Übersetzungsprogramm kann man die Karte fotografieren.

Und dann: sitzen bleiben. Das ist die einzige wirkliche Regel. Wer nach zwanzig Minuten geht, hat Laocha nicht verstanden.

Gut zu wissenKeine Eile: Man darf so lange sitzen bleiben, wie man will. Nachgießen lassen ist üblich und meist kostenlos.
Gut zu wissenDie Echtheit erkennt man an Plastikstühlen, lauten Gesprächen und vielen älteren Gästen — nicht an schicker Einrichtung.
Gut zu wissenWer die Karte nicht lesen kann: auf die Teller am Nachbartisch zeigen oder die Karte mit einer Übersetzungs-App fotografieren.
Unser Eindruck

Unser Eindruck folgt nach dem Besuch — geplant am 24.11.2026.

Texte: mit KI erstellt, recherchiert aus öffentlichen Quellen · Fotos & Videos: eigene Aufnahmen · Titelgrafik: KI-generiert